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Leute vom Park Innovaare: Kurz-Interview

15.5.23
Author: Daniela Muthreich
Interview ANAXAM Member Company Park Innovaare

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Fünf Fragen an Dr. Christian Grünzweig und unser "best-of-the-month-video"

ANAXAM ist ein aktiver Teilnehmer auf unserem florierenden Innovationscampus und hat seine Begeisterung für das kollaborative Umfeld im Park Innovaare zum Ausdruck gebracht und die Möglichkeiten hervorgehoben, die es für interdisziplinäre Zusammenarbeit und Wissensaustausch bietet. Sehen Sie sich unser Video an und finden Sie heraus, was ANAXAMA über Park Innovaare zu sagen hat.

Interview

«Mit ANAXAM zum Analytik-Vorsorgetermin»

ANAXAM ist ein Technologietransferzentrum, das sich auf die angewandte Materialanalytik mit Neutronen- und Synchrotronstrahlung konzentriert. Das Technologietransferzentrum bietet der Industrie neue Analytikmöglichkeiten im Bereich der Bildgebung, Diffraktion, Kleinwinkelstreuung und Spektroskopie an, welche weit jenseits des Labormassstabs liegen. ANAXAM ist zudem ein gemeinnütziger Verein, der 2019 vom Paul Scherrer Institut PSI, der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, dem Swiss Nanoscience Institute und dem Kanton Aargau gegründet wurde. Dr. Christian Grünzweig ist CEO von ANAXAM und war zuletzt als Senior Scientist auch für Industrie-Kollaborationen im Bereich Neutronenbildgebung am PSI verantwortlich. ANAXAM ist Member Company des Park Innovaare und zieht ab 2024 in den neuen Gebäudekomplex.

Du hast rund 11 Jahre am PSI gearbeitet, bevor du CEO von ANAXAM geworden bist. Was ist der Unterschied zwischen deiner Tätigkeit früher am PSI und heute für ANAXAM?

Natürlich arbeitet man an einem Forschungsinstitut wissenschaftlich getrieben und in einem Technologietransferzentrum industrie-orientierter – aber ich war schon am PSI für Industrieprojekte zuständig und habe dort rückblickend mit einer Art «Mini-ANAXAM» für Neutronenbildgebung gestartet. Der vom Bund initiierte Aktionsplan Digitalisierung gab dann den Anstoss für die Gründung des Technologietranferzentrums, um auch die Industrie von Analytikmöglichkeiten im Bereich Neutronen- u. Synchrotronstrahlung profitieren zu lassen. Grossforschungsanlagen, wie es sie z.B. am Paul Scherrer Institut PSI gibt, bieten der Wirtschaft eine Vielzahl an Möglichkeiten, Prozesse und Materialien zu optimieren. Dies hat mich motiviert und um die Frage dann zu beantworten: meine heutige Tätigkeit ist primär business-getrieben. ANAXAM schlägt für mich dabei die Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie, diesen Bereich möchte ich weiter ausbauen.

Was sind die Vorteile eines Technologietransferzentrums?

Wie der Name schon sagt, sorgt ein Technologietransferzentrum für einen reibungslosen Transfer von Wissen und Technologien aus der Forschung in die Industrie. Es arbeiten Experten der wissenschaftlichen Grundlagenforschung Hand in Hand mit Unternehmen, was häufig zur weiteren Entwicklung neuer Technologien führt. Dies ist ein wesentlicher Punkt, wenn es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen geht. Somit kann ein Technologietransferzentrum auch zum Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen werden und die wirtschaftliche Prosperität steigern.

Bedient ihr nur Kunden aus der Hightech-Industrie oder welches Branchenspektrum deckt ihr mit euren Dienstleistungen ab?

Von KMU bis Grossunternehmen ist alles mit dabei. Wir bedienen sowohl Anfragen, die Problemstellungen in der Fertigung von Serienproduktionen (Schlüsselrohlinge) betreffen –  also Alltagsgegenstände – bis hin zur Sensortechnik. ANAXAM ist somit nicht nur hightech-fokussiert. Auch sensibilisieren wir bei unserer Tätigkeit laufend KMU und Grossunternehmen, sich der Vorteile eines Technologietransferzentrums zu bedienen. Es würde uns helfen, wenn wir industrie-weit bekannter wären.

Was war bisher eine herausfordernde Anfrage aus der Industrie?

Ein herausforderndes Beispiel war das Projekt mit einem Schweizer KMU SpectraFlow Analytics, einem weltweiten Anbieter für Online-Messlösungen, die in der Mineralindustrie zum Einsatz kommen. ANAXAM und SpectraFlow entwickelten in einer Projektpartnerschaft ein massgeschneidertes Probenaufgabesystem für Synchrotrondiffraktionsexperimente. Mit dieser neuartigen Infrastruktur konnte die Menge der entnommenen Proben sowie die Zahl der während der Diffraktionsmessungen entnommenen Proben hochskaliert werden. Probendurchsätze in der Grössenordnung von 100.000 jährlich kamen so zustande.

Was würdest du dir aus Sicht von ANAXAM für die Zukunft wünschen?

Dass Materialanalytik einen neuen Stellenwert erhält und zwar, dass aus einer derzeitigen reinen Feuerwehrübung eine Routine-Vorsorge-Untersuchung für Unternehmen wird. Ich erkläre das immer ganz gern anhand eines Beispiels aus dem Alltag des Spitals. Firmen verwenden in der Regel unsere Dienstleistungen, wenn es zu einem grossen Problem kommt, so wie ein Patient, der ein CT machen lässt, weil der Fuss kaputt ist. Doch Materialanalytik kann viel mehr. Es wäre wünschenswert, dass Unternehmen erkennen, dass eine Vorsorgeuntersuchung im Sinne der Material-u. Prozess-Analytik dazu führt, dass der Fuss gar nicht erst kaputt geht. Damit meine ich: Materialanalytik sollte prozess- oder produktbegleitend sein, damit Unternehmen frühzeitig die richtigen Weichen stellen können. Je früher die Analytik in Prozesse und Materialien eingebunden wird, desto geringer der spätere Aufwand. Um die grosse OP am Ende zu vermeiden, sollten Firmen am besten jetzt schon ihren Vorsorgetermine bei ANAXAM buchen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies am Ende Unternehmen Zeit und Geld spart.

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